Homocystein

Gefahr für Herz und Hirn

Der Mensch ist so alt wie seine Gefäße, lautet ein bekanntes Sprichwort. Funktionieren unsere Blutgefäße und unser Kreislaufsystem nicht mehr einwandfrei, dann werden unsere Organe nur noch unzureichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Es kommt fast zwangsläufig zu ernsthaften und oftmals lebensbedrohenden Problemen.

Homocystein ist ein unerwünschtes, weil giftiges, Zwischenprodukt im menschlichen Stoffwechsel. Es entsteht beim Abbau von Eiweiß aus den einfachsten Eiweißbausteinen, den Aminosäuren. Erhöhte Homocysteinwerte im Blut schädigen Herz und Blutgefäße und sind ein Hinweis auf
einen fehlerhaften Stoffwechsel.

Klarheit über die Homocysteinwerte bringt ein einfacher Bluttest.

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Risikofaktoren für einen erhöhten Homocysteinspiegel:

  • erbliche Veranlagung
  • Unterversorgung mit B-Vitaminen
  • Nierenversagen (Normalisierung unter Dialysebehandlung)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • Blutarmut durch Vitamin-B12-Mangel (perniziöse Anämie)
  • bösartige Tumore: Brust, Eierstock, Bauchspeicheldrüse, lymphoblastische Leukämien
  • Medikamente wie Methotrexat (Zytostatikum), Phenytoin (gegen Krampfanfälle), Theophyllin (Asthmamittel)
  • Tabakrauch

Das Folgerisiko erhöhter Homocysteinwerte

Die Folgen eines erhöhten Homocysteinspiegels wirken sich nach heutigen Erkenntnissen vor allem an den Blutgefäßen aus. Betroffen sind alle Gefäßgebiete: die des Herzens, des Gehirns und der peripheren Arterien.

Durch erhöhte Homocysteinwerte werden Gerinnungsprozesse ausgelöst sowie aggressive Sauerstoffradikale produziert, die wiederum das für die Gefäßwand schlechte LDL-Cholesterin steigern. Eine vermehrte Kalziumeinlagerung („Verkalkung“) wird gefördert. Insgesamt führen diese Faktoren zu einer zunehmenden Einengung der Arterien und damit zur Arteriosklerose. Schon ein relativ geringfügig erhöhter Homocysteinspiegel steigert sehr deutlich das Arterioskleroserisiko.

Im Gehirn werden die Zellen durch das anhaltende Andocken von Homocystein an bestimmte Rezeptoren unwiderruflich geschädigt. Bei Morbus Alzheimer ist der Mangel an B-Vitaminen bekannt, wodurch der Wirkung von Homocystein an den Nervenzellen Vorschub geleistet wird.

Das Ergebnis auf einen Blick

Ein einfacher Bluttest bestimmt den Homocysteinspiegels im Blut. Sind die Werte erhöht, kann eine entsprechende Therapie eingeleitet und somit das Risiko verringert werden.

Therapie

Im Bereich einer milden bis mittleren Erhöhung des Homocysteinspiegels besteht die Behandlung als Dauertherapie in der Einnahme von Folsäure, Vitamin B6 und B12. Bei den erblichen Formen mit sehr deutlicher Erhöhung gehören die Vitamine ebenfalls zur Behandlung, reichen aber nicht aus.

Die Behandlung mit Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 in den notwendigen Dosierungen ist praktisch frei von unerwünschten Wirkungen.

(Quelle: www.ganzimmun.de)